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Allgemeine Informationen zu den Sportbootführerscheinen

Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf dem Wasser gesetzliche Regelungen damit die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht gefährdet wird. Dazu gehört mehr als sich nur über die Handhabung des Fahrzeuges und die rechtlichen Bestimmungen im Klaren zu sein. Der Gesetzgeber hat deswegen ein Führerscheinwesen geschaffen, was für Außenstehende nicht auf den ersten Blick zu durchschauen ist.

- Kurzfassung
Die Führerscheine sind getrennt nach der Art der Antriebskraft und dem Geltungsbereich. Des Weiteren ist für Fahrten im Seebereich möglich und ratsam weitere Scheine abzulegen, nicht zuletzt für Ihre eigene Sicherheit. Bedenken Sie, dass Sie ohne Nachweis entsprechender Fähigkeiten Schwierigkeiten haben werden einen Vercharterer zu finden, der Ihnen eines seiner Boote überlässt. Wenn Sie selbst eine Yacht besitzen verlangt auch die Versicherung, welche diese versichert, die entsprechenden Fähigkeitsnachweise des Schiffsführers.


- Unterschiede Binnen und See
Anders als auf Straßen und Autobahnen, auf welchen man mit dem Führerschein überall fahren darf ist das Wasserstraßensystem strikt in einen Binnen- und Seebereich getrennt. Wo diese Trennungen genau verlaufen lernen Sie in den Führerscheinkursen, aber kurz gesagt gehören alle Flüsse, Kanäle und Seen auf dem Binnenland zum Binnenbereich und in Deutschland die Ostsee, Nordsee, sowie einige Gewässer, z.B. der Nord-Ostsee-Kanal, die Elbe, die Weser oder die Warnow in ihren Mündungsabschnitten zu dem Seebereich. Diese Trennung ist wichtig, da man mit Binnenführerscheinen nicht auf Seeschifffahrtsstraßen oder Meeren fahren darf - das gilt umgekehrt natürlich genauso. Das bedeutet, wenn Sie mit Ihrem Motorboot von der Ostsee durch die Flüsse nach Berlin fahren möchten, dann benötigen Sie zwei Führerscheine - den Sportbootführerschein Binnen und den Sportbootführerschein See. Das ist keine Schikane sondern liegt an den jeweiligen Besonderheiten der Gewässer.


- Motorbootschein oder Segelschein
So wie Sie auch für ein Motorrad einen anderen Führerschein brauchen als für einen, so verhält es sich mit den Führerscheinen für Segelboote und Motorboote. Generell ist das Führen von Segelbooten führerscheinfrei, mit Ausnahme von Berlin, hier ist ein Segelschein ab einer Segelfläche von 3 m² notwendig - der Sportbootführerschein Binnen unter Segeln. Für Motorbootfahrten benötigen Sie ab einer Motorleistung von 5 PS im Binnenbereich den Sportbootführerschein Binnen unter Antriebsmaschine und für Fahrten auf Seegebieten und den angrenzenden Seeschifffahrtsstraßen den Sportbootführerschein See. Der Sportbootführerschein Binnen unter Segeln und unter Antriebsmaschine ist natürlich auch als eine Prüfung abzulegen - Sie haben dann nur einen Führerschein. Zum Führen von Segelbooten auf der Ost- oder Nordsee ist kein Segelschein vorgeschrieben, sie benötigen lediglich den Sportbootführerschein See, wenn Sie am Boot einen Motor mit einer Leistung ab 5 PS haben. Auch wenn für Motorboote unter 5 PS und Segelboote keine Führerscheinpflicht besteht, ist es nicht nur im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch für Ihre Sicherheit und der Sicherheit Ihrer Crew wichtig ausreichende Kenntnisse im Umgang mit dem Fahrzeug, Verhalten auf Wasserstraßen, Navigation sowie Verhalten in Notfällen zu haben. Dies erreicht man Besten durch die Ausbildung zu dem Sportbootführerschein Binnen oder Sportbootführerschein See. Insbesondere auf dem Meer, aber auch auf Binnenwasserstrassen und Seen wäre ein Fehlen dieser Kenntnisse mehr als fahrlässig.


- verschiedene Führscheine im Seebereich (SKS, SSS, SHS)
Zum Befahren der Ost- und Nordsee, sowie der zugehörigen Seeschifffahrtsstraßen im Binnenland, ist der Sportbootführerschein See vorgeschrieben. Diese Ausbildung gibt Ihnen jedoch nur einen ersten Einblick in das weite Feld der Seeschifffahrt und in vielen Bereichen nicht mehr als grundlegende Fähigkeiten an die Hand. Durch einen Kurs zum Sportküstenschifferschein (SKS) können Sie Ihre Kenntnisse nicht nur auffrischen, sondern stark erweitern. Sie lernen das sichere Führen von größeren Yachten und bekommen einen tieferen Einblick in die Navigation, Gezeitenrechnung, Gute Seemannschaft oder z.B. dem Verhalten bei starker See und Unwetter. Der SKS umfasst eine seglerische Ausbildung, kann bei Bedarf aber auch nur für Motorbootfahrten abgelegt werden. Dieser Schein ist sehr zu empfehlen, wenn sie Törns auf der Ost- oder Nordsee planen. Weitergehende Scheine, welche auch zum gewerbsmäßigen Führen von Yachten berechtigen, wären der Sportseeschifferschein (SSS) oder der Sporthochseeschifferschein (SHS).


Die SG-Segelschule bietet Ihnen zu allen diesen Scheinen eine fundierte und praxiserfahrene Ausbildung an.

Führerscheine in der Übersicht:

Sportbootführerschein Binnen
Amtliche Fahrerlaubnis zum Führen von Sportbooten (unter Motor oder
Segel/Surfen) unter 15 Meter Länge (ohne Ruder und Bugspriet) auf den Binnenschifffahrtsstraßen.
Vorgeschrieben für Fahrzeuge unter Motor mit mehr als 3,68 kW (5 PS).

Sportbootführerschein See
Amtliche Fahrerlaubnis zum Führen von motorisierten Sportbooten auf den Seeschifffahrtsstraßen (3 sm).
Vorgeschrieben für Fahrzeuge unter Motor mit mehr als 3,68 kW (5 PS).
Sportküstenschifferschein
Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und
unter Segel in Küstengewässern (alle Meere bis 12 sm Abstand von der Festlandküste).
Sportseeschifferschein
Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in küstennahen Seegewässern (alle Meere bis 30 sm und Ost- und Nordsee, Kanal, Bristolkanal, Irische und Schottische
See, Mittelmeer und Schwarzes Meer).

Sporthochseeschifferschein
Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in der weltweiten Fahrt (alle Meere).


Quelle: Deutscher Segler-Verband